Information Hund

Haushund (Canis familiaris)

Ordnung der Carnivoren (Fleischfresser)

Der Hund stammt vom Wolf ab. Der Mensch domestizierte den Wolf und damit entwickelte sich der Hund. Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen. Es wird vermutet, dass der Mensch den Wolf als Jagdhelfer nutzte und der Wolf fand in der Nähe von Menschen Nahrungsreste. Hunde und Wölfe waren eine Nahrungsquelle für Menschen (das sind sie in einigen Kulturen heute noch).

Es gibt eine Reihe von prähistorischen Grabstätten (ca. 15000 Jahre alt), in denen Menschen mit Hunden bestattet wurden. Sie zeigen, dass zwischen Mensch und Hund eine enge Bindung bestanden haben muss. Aus diesem Grund nennt man diese „Wölfe" seit dieser Zeit  „Hunde".

Es gibt momentan über 400 Hunderassen.

Zweimal im Jahr wird die Hündin läufig. Sie ist in dieser Zeit sehr unruhig und die männlichen Hunde riechen auch aus großer Entfernung, dass die Hündin grundsätzlich zur Paarung bereit ist. Die durchschnittliche Trächtigkeitsdauer der Hündin beläuft sich auf 63 bis 65 Tage, die Anzahl der Welpen schwankt etwa zwischen 3 und 12 Tieren. Wenn mehrere Hunde in einem Rudel leben, dürfen sich nur Hunde fortpflanzen, die innerhalb der sozialen Gruppe eine ranghohe Stellung einnehmen.

Welpenschutz bedeutet, dass ein Welpe Narrenfreiheit hat. Welpenschutz besteht bei Wölfen nur innerhalb einer Familie eines Rudels und kommt dadurch zustande, dass alle Wölfe eines Rudels miteinander verwandt sind und die eigenen Verwandtschaft sich nicht tötet. Welpenschutz bei Hunden gibt es nicht. Der Welpe muss deshalb von Anfang an sozialisiert werden.   Ab der 16. bis 18. Lebenswoche wird der Hund nicht mehr Welpe genannt.

Die Sozialisationsphase beginnt mit der 4. Lebenswoche und endet zwischen der 12.  und 14. Lebenswoche. Hunde sollten mit Artgenossen aufwachsen Alles, was sie schon als Welpe kennen lernen, ist ihnen vertraut und macht ihnen keine Angst. Alle Lebewesen, die der Hund während seiner Sozialisationsphase kennen lernt, kann er als Artgenossen abspeichern.

In der Sozialisationsphase lernt der kleine Hund die sozialen Gesten, wie Drohgebärden oder Unterwerfung bei seinem Sozialpartner kennen und lernt auch, darauf korrekt zu antworten. Wenn ein Welpe einen Typus Mensch in seiner Sozialisierungsphase nicht kennen gelernt hat, z.B. einen Rollstuhlfahrer oder einen farbigen Mitbürger, dann hat der Hund später vor solchen Menschen Angst und die Angst kann durch Aggressionen gezeigt werden.

In der Welpenspielgruppe wird der Welpe sozialisiert.

Grundsätzlich werden kleine Hunde älter als große. So können Rassen wie der Dackel ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen, in Ausnahmefällen gar 20 Jahre. Größere, schwere Rassen, wie etwa die Deutsche Dogge werden kaum älter als 9 Jahre. Laut Guinness-Buch der Rekorde liegt der Rekord, den ein Mischlingshund, der in Australien als Schäferhund arbeitete, erreichte, bei 29 Jahren.

Hunde haben zueinander eine Rangbeziehung, die sich allerdings zeit- und situationsabhängig ändern kann. Grundsätzlich zeigen alle Hunde ein sozial expansives Verhalten, das heißt, dass die dominante Position von allen Hunden angestrebt wird.

Das Alpha-Tier kann alles tun oder lassen, was es will. Es hat alle Rechte auf Zugang zu Ressourcen, es initiiert oder beendet soziale Interaktionen. Das ranghohe Tier ist auch Initiator für Angriff auf Feinde.

Ein Verhalten tritt beim Hund öfter auf, wenn es belohnt wird.

Ein Verhalten wird schwächer und verschwindet, wenn es keinen Erfolg hat

Durch Aufmerksamkeit steigt der Hund in der Rangordnung. Wenn also beispielsweise der Hund meinen Schuh zerfetzt, steigt er in der Rangordnung, wenn ich ihn schimpfe.

Das Verhalten sollte deshalb mit positiven Reizen antrainiert werden. Immer, wenn der Hund ein Verhalten zeigt, das der Besitzer haben will, dann sollte er beispielsweise mit Futter belohnt werden.

Hunde riechen extrem gut. Sie hinterlassen Duftspuren über die Haut, besonders an den Pfoten. Außerdem wird Duft über Markieren mit Urin oder Kot oder über Analsekret hinterlassen.

Die Nase ist wesentlich empfindlicher als beim Menschen. Grob zu erkennen ist das schon an der Anzahl der Riechzellen, wobei es aber zwischen den Hunderassen erhebliche Unterschiede gibt. Ganz grob kann man sagen: Je länger die Hundeschnauze, desto besser das Riechvermögen. So hat z. B. der Mensch 5 Millionen Riechzellen, der Dackel 125 Millionen und der Schäferhund 220 Millionen. Zur Beurteilung der Riechleistung reicht das aber bei Weitem nicht aus: Messungen haben ergeben, dass das Riechvermögen des Hundes etwa eine Million mal besser ist als das des Menschen. Der Hund kann in kurzen Atemzügen bis zu 300 mal in der Minute atmen, so dass die Riechzellen ständig mit neuem "Material" versorgt werden.

Der Hund hört nicht so gut wie die Katze, aber er hört eine Oktave höher als der Mensch. Er kann Frequenzen von etwa 15 bis 15kHz wahrnehmen. Hunde sind im Übrigen auch in der Lage, über etwa 25 m Infraschallfrequenzen um die 1 bis 2 Hertz wahrzunehmen

Bei Hunden ist (wie auch bei den meisten anderen Säugetieren, aber nicht beim Menschen) der Augenhintergrund „verspiegelt" (diese Schicht wird Tapetum lucidum genannt), so dass einfallendes Licht vom Hintergrund des Auges reflektiert wird und die Stäbchen so noch einmal trifft. Hunde können in der Dämmerung daher sehr viel besser sehen als Menschen.

Das Hundeauge ist im Bereich 430 nm, dem Blaubereich, am empfindlichsten, das menschliche Auge im Bereich grün/gelb, 550 nm. Die Sehschärfe ist vermutlich geringer als beim Menschen und auf Bewegung optimiert, stillstehende Dinge werden durch das Gehirn unterdrückt, also kaum wahrgenommen. Der Grund dürfte darin liegen dass sich die Beute des Wolfes bewegt, sie wird darum optisch selektiert.

Das Sichtfeld des Hundes ist wesentlich größer als das des Menschen, es beträgt etwa 240 Grad im Gegensatz zu 200 Grad bei Menschen. Der Bereich, in dem Mensch und Hund dreidimensional sehen können, ist mit 120 Grad gleich groß.

Der Hund frisst nicht nur Fleisch. Er frisst Muskelfleisch, Innereien, Knochen und Knorpel, Obst, Gemüse und Getreide. Viele Hunde mögen auch Milchprodukte, wie z.B.  Buttermilch, Quark, Joghurt, Dickmilch, Hüttenkäse, Kefir oder saure Sahne.

Der Hund ist bedingt anpassungsfähig an das Nahrungsangebot und daher nicht auf tierische Nahrungsmittel angewiesen wie die Katze.

Welpen werden nach dem Abstillen von ihrer Mutter mit Fleisch gefüttert. Die Jungen springen an ihrer Mutter hoch, stoßen mit ihren Vorderpfoten gegen die Schnauze und den oberen Hals und belecken die Mundwinkel der Mutter. Auf dieses Signal hin würgt die Mutter reflexartig die Beute hervor und die Welpen können das vorverdaute Futter fressen.

Hunde trinken normalerweise Wasser.

Die Kommunikation zwischen Hunden ist sehr komplex. Da der Mensch oft die Signale seines Hundes nicht versteht, gibt es häufig Missverständnisse.

Zur Kommunikation gehören beispielsweise akustische Signale, Körperhaltung, Schwanzhaltung und Gesichtsmimik. Alle Faktoren spielen bei der Kommunikation zusammen und deshalb kommt es oft vor, dass ein Hundebesitzer der Meinung ist, dass sein Hund freundlich einem anderen Hund begegnet, obwohl er den anderen Hund fixiert und damit provoziert. Die Ursachen für Verhaltensstörungen bei Hunden ist meistens, dass der Hund nicht verstanden und daher auch falsch erzogen wird.

Beispiel:

Ein Hund, der direkt angeschaut wird, fühlt sich bedroht. Deshalb sollte man einen Hund, den man nicht kennt, nie direkt anschauen, sondern an ihm vorbei schauen.

Hunde werden zu unterschiedlichen Zwecken gehalten. Unter Gebrauchshunden versteht man Hunde, die Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen, gewissermaßen „berufstätige" Hunde. Gebrauchshunde sind zum Beispiel als „Polizeihunde" genannten Hunde im Behördendienst. Hier werden sie zur Spurensuche, zum Auffinden von Drogen, Waffen, Sprengstoff usw., aber auch auf der Streife und zur Bewachung eingesetzt.Manche Hunderassen eignen sich als Blindenhunde, viele können auch als Rettungshunde oder Therapiehunde ausgebildet werden.

Die Begleitung bei der Jagd war wahrscheinlich die erste und über lange Zeit wichtigste Nutzung von Hunden. Die dazu notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten hatten die Tiere von ihren Vorfahren, den Wölfen, geerbt, so dass dazu keine besonderen züchterischen Leistungen nötig waren. Erst viel später wurden spezielle Jagdhund Rassen gezüchtet. Für die Treibjagd benötigte man beispielsweise Hunde, die schnell laufen konnten, während kleine Hunde (Dackel, Terrier) leicht in Fuchs- oder Dachsbaue eindringen konnten.

Indem die Menschen sesshaft wurden und verstärkt Landwirtschaft betrieben, wurden Hunde auch verstärkt zur Bewachung von Hof, Haus und Herden eingesetzt. Für die Züchtung wurde der natürliche Trieb von Wölfen, das Rudel zusammenzuhalten, ausgenutzt. Während im Wolfsrudel dafür jedoch hauptsächlich der Leitwolf zuständig ist, der von den Rudelmitgliedern unterstützt wird, hat es der Hütehund mit einer viel größeren Herde von Tieren zu tun, die seinen Bemühungen teilweise Widerstand entgegensetzen und beim Wolf Beutetiere wären. Es muss daher einigen züchterischen Aufwand gekostet haben, bis die ersten brauchbaren Hütehunde gezüchtet waren. Bei heutigen Hütehunderassen wie dem Collie ist der Hütetrieb sehr stark ausgeprägt. Das kann teilweise zu Problemen bei der Haltung als Freizeithund führen, da manchmal vom Hund auch Spaziergänger, Kinder oder Autos als „zu hütende Herdentiere" angesehen werden. Andere Hunde (sogenannte Herdenschutzhunde) werden auch heute noch zum Bewachen der Herde und zur Verteidigung gegen Beutegreifer und Viehdiebe eingesetzt. Diese Hunde agieren selbstständig und ohne Anweisung durch den Hirten. Die Kooperationsbereitschaft mit dem Menschen war zu keinem Zeitpunkt erklärtes Zuchtziel, dies erklärt die große Eigenständigkeit und schwere Trainierbarkeit dieser Hunde. Häufig kommt es daher im Erwachsenenalter (ca. 3 Jahre) zu Problemen mit Herdenschutzhunden, die in städtischem Gebiet leben und daher nicht artgerecht gehalten werden können. Hüte- und Herdenschutzhunde leisten noch heute gute Arbeit bei den Schafherden, wenngleich die Bedeutung der Hütehunde in der heutigen Zeit einem starkem Wandel unterworfen ist. Hütehunde (Border Collies) haben aufgrund ihrer besonderen Eignung (hohe Lernfähigkeit, Arbeiten auf größere Distanz) im Hundesport (vor allem Agility und Flyball) eine neue Aufgabe gefunden.

Alle Hunderassen können als Wachhund eingesetzt werden, indem man ihren natürlichen Instinkt ausnutzt, das Rudel zu alarmieren, wenn Gefahr droht. In den Städten waren es naturgemäß eher die kleinen Hunderassen wie der Spitz, während auf dem Land wegen der höheren Abschreckungswirkung auch große Hunderassen zum Einsatz kamen. Häufig wurden jeweils zwei Hunde gehalten: kleine Hunde, die über eine niedrige Reizschwelle verfügten und das Herannahen eines Fremden meldeten, sowie große Hunde, die bereit waren, Haus und Hof zu verteidigen.

 

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